Rollei

Reinhold Heidecke und Paul Franke gründeten zusammen im Jahr 1920 in Braunschweig die Firma „Werkstatt für Feinmechanik und Optik – Franke und Heidecke“. Die Entwicklungen von der heutigen Firma Rollei waren damals richtungsweisend. Mit der Einführung der ersten Kleinbildkamera mit Rollfilm stand Rollei 1926 an der Spitze der Kamerahersteller.

Die Erfolgsgeschichte von Rollei

Die erste Kamera mit Rollfilm hieß Rolleidoskop, wovon der spätere Firmenname abgeleitet wurde. 1928 kam die erste zweiäugige Rolleiflex mit dem Tessar, dem besten Objektiv, das es zu dieser Zeit gab, auf den Markt. Die Nachfrage war weltweit riesig und so ging Rollei auf Expansionskurs. Kurz nach 1930 zog man auf 1.400 Quadratmeter Produktionsfläche um. Es gab viele Weiterentwicklungen an der Kamera und auch ein preiswertes Modell für den Hobbyfotografen wurde entwickelt. Bis 1935 wurden beachtliche 180.000 Kameras verkauft. Bis zur Digitalkamera war jedoch noch ein weiter Weg. Der Zweite Weltkrieg machte dem Unternehmen durch die schnell sinkenden Absatzzahlen zu schaffen.

Ungefähr 60 Prozent der Fabrikationsräume wurden durch den Krieg zerstört. Trotzdem nahm man direkt danach die Produktion wieder zügig auf und zur Währungsreform im Jahr 1948 war Rollei wieder bereit für neue Entwicklungen. Es brachen goldene Zeiten für Rollei an und so konnte man im Jahr 1956 die Millionste 6×6 Rolleiflex verkaufen. Die Rolleiflex war zu dieser Zeit Kult und die größten Profis ihrer Zeit arbeiteten mit dieser Kamera. 1966, nachdem die Gründer des Unternehmens verstorben waren, brachte man unter neuer Führung die erste Rollfilmspiegelreflexkamera SL 66 sowie eine Kleinbildkamera, die Rollei 35, auf den Markt. Mit Übernahme des Unternehmens durch die Familie Franke wurde eine Produktionsverlegung nach Asien beschlossen um dem Druck aus dieser Gegend Stand halten zu können. Sinkende Produktionszahlen und steigende Kosten mit Druck von der Regierung aus Singapur verurteilten das Unternehmen auf lange Sicht gesehen, zum Scheitern. Die NordLB zog sich aus dem Unternehmen wieder zurück, es ging wieder in private Hände und Kredite wurden gestrichen. 1981 folgten dann die Zahlungsunfähigkeit und die Eröffnung des Liquidationsverfahrens.

Investoren lassen Rollei weiterleben

Im Juli 1987 wurde die Rollei Fototechnik von den Optischen Werken Schneider in Bad Kreuznach übernommen. Von da an ging es für Rollei wieder aufwärts. Unter Nutzung des gegenseitigen Know-how konnte man wieder an die Erfolge vergangener Zeiten anknüpfen und auch im Zeitalter von Digitalkamera und Co. das Tempo der vielen Hersteller mitgehen.