Praktica
Praktica war eigentlich der Name von Spiegelreflexkameras, die von den VEB Kamera-Werken Niedersedlitz vertrieben wurden. Dieses Unternehmen wurde später von der Pentacon Dresden übernommen. Die damals in der DDR produzierten Kameras wurden im Westen Deutschland über das Versandhaus Quelle verkauft. Dort wurden die Kameras unter dem Namen RevueFlex angeboten.
Die Entwicklung von Praktica
Die VEB Kamera-Werke Niedersedlitz wurden im Jahr 1990 gegründet. 1938 entwickelte das Unternehmen eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera. Das Unternehmen wurde zur Emigration gezwungen und an die Unternehmerfamilie Noble übergeben. Die Familie Noble bereitete dann auch die Markteinführung dieser Kamera, der Praktiflex, vor. 1945 wurde das Unternehmen aber enteignet und die Unternehmerfamilie verschleppt. Es entstanden die VEB Kamera-Werke Niedersedlitz. Die erste Praktica wurde auf Grundlage der Praktiflex entwickelt und im Jahr 1949 vorgestellt. Auch die Praktina wurde hier entwickelt. 1959 gab es einen Zusammenschluss verschiedener Kamerabetriebe aus Dresden. Man firmierte sodann als VEB Kamera- und Kinowerke Dresden. 1964 gab es dann erneut eine Umfirmierung in VEB Pentacon Dresden. Deshalb wird die Praktica heute auch oft als Pentacon Entwicklung bezeichnet.
Der Markenname Praktica
Von 1948 bis zum Jahr 2001 wurden insgesamt 9 Millionen Prakticas hergestellt. Der Markenname Praktica wurde von der Treuhandgesellschaft 1991 einbehalten und nicht an den eigentlichen Erben herausgegeben. Er wurde an den Betriebsteil der Pentacon übergeben. 1964 gab es dann gerichtliche Auseinandersetzungen bezüglich des Markennamens. Auch Ferngläser und Kompaktkameras tragen seit 2001 die Markenbezeichnung Praktica. 2001 wurde die Produktion der Digitalkameras dann eingestellt und im Jahr 2002 mit dem Vertrieb von Digitalkameras unter dem Firmennamen Praktica begonnen. Die Produktreihe Luxmedia entstand erst im Jahr 2004. Pentacon stellt heute aber auch Optiken für Polaroid her. Von den Spiegelreflexkameras gab es vier Generationen. Bei der letzten Generation wurde ein Bajonettverschluss für die Wechselobjektive eingeführt. Da dies aber von den Kunden nicht so gut angenommen wurde, wie erwartet, da die Objektive der alten Kameras nicht mehr auf das neue System passten, entwickelte man einen Adapter, der es ermöglichte, auch die alten Objektive bei den neuen Kameras zu verwenden.
RSS Feed